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Für und mit der Jugend arbeiten Frauen-Union ließ sich über Arbeit des
Kreisjugendamtes informieren
Auf Einladung der örtlichen Frauen-Union informierte die Leiterin des Kreisjugendamtes, Angela Langwieser im Eugenbacher Gasthaus Stix die Mitglieder und
Interessierten über Aufgaben und Arbeiten dieses Amtes. Die Ortsvorsitzende, Kreis- und Marktgemeinderätin Renate Zitzelsberger zeigte sich über den guten Besuch der Abendveranstaltung sehr erfreut und dankte
Langwieser für ihr Referat und die sich daraus ergebende sachliche Diskussion.
Positiv beurteilte die Leiterin des Kreisjugendamtes die Situation bei der Kindertagesbetreuu ng. So besuchen im Jahr vor der Einschulung 99,2
Prozent der Kinder einen Kindergarten, wobei Kindergartenplätze in fast allen Gemeinden ausreichend vorhanden sind. Aber auch hinsichtlich Krippen- und Hortausbau sei bereits viel geschehen, wobei
eben noch gerade viele Betreuungsplätze in Planung sind. Beispielgebend bezeichnete Langwieser den Markt Altdorf, der sich stets um die Bedürfnisse seiner Einwohner bemüht und wo erst vor
kurzem eine neu erbaute Krippe eröffnet wurde. Trotzdem zeichnet sich hier schon jetzt ab, dass neben den beiden existierenden Gruppen noch weitere Plätze erforderlich sein werden. Wie Renate
Zitzelsberger feststellte, würden immer mehr Integrativplätze angefragt, wozu von Langwieser erläutert wurde, dass den Bedarf ein Facharzt feststellt, dann erfolgt zum einen eine höhere finanzielle
Förderung des Betreuungsplatzes über den Freistaat und den Bezirk. Doch auch der Kommune entstehen erhöhte Kosten. Etwa ein Drittel der Kinder in einer derartigen Gruppe seien Kinder mit
Integrationsbedarf, erläuterte die Leiterin des Jugendamtes.
Ein riesengroßes Problem ist der Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen, und hier schon bei Kindern ab
elf Jahren, sei die amtliche Feststellung. So gäbe es bereits Kinder, die mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden müssen, aber auch laut Information der Polizei stiegen die Fälle von
Körperverletzung oder Sachbeschädigung unter Alkoholeinfluss. Diese Aussagen decken sich mit Feststellungen von Bürgermeister Franz Kainz, der dieses Problem erst kürzlich in einer
Marktgemeinderatssitzung zur Sprache brachte. Die erzieherische Problematik und Überforderung der Eltern in dieser Hinsicht verursacht zunehmende Probleme auch beim sozialen Dienst des
Kreisjugendamtes. Laut Langwieser konsumieren Jugendliche in vielen Fällen sogenannte "harte Getränke" wie Schnaps und andere Spirituosen, was sehr schnell zu gesundheitlichen Schäden und
Sucht führen kann und häufig auch die Ursache für aggressives Verhalten darstellt. Beim Kreisjugendamt laufen derzeit Planungen, wie diesem steigenden Branntweinkonsum - neben seit
langem laufenden Präventionsprojekten - begegnet werden kann. Ziel sei es, auch bei den Erwachsenen hierfür Problembewusstsein zu schaffen, da den Kindern und Jugendlichen derzeit
gesellschaftlich vorgelebt wird, dass zu jeder Feier auch "Schnaps und Rausch" gehören. Tadelnd wies die Referentin darauf hin, dass mittlerweile fast kein Volksfest oder ähnliches mehr ohne
Barbetrieb auskommen würde.
Einen breiten Rahmen bei den Ausführungen Langwiesers und in der sich daraus ergebenden Diskussion nahmen auch die steigenden Zahlen von Gefährdungsmeldungen sowie notwendige Kinder
- und Jugendhilfen ein. So steigen beim Kreisjugendamt ständig erforderliche Überprüfungen des Kindeswohls aufgrund Meldungen aus der Nachbarschaft, von Kindergärten und Schulen. Auch die
erforderlichen ambulanten, teilstationären und stationären Hilfen wie sozialpädagogische Familienhilfe oder Unterbringungen in Pflegefamilien, Heimen und Jugendwohngruppen nehmen laufend zu.
Ursachen seien unter anderem erzieherische Überforderung der Eltern, Alkohol- und Drogensucht, sowie vermehrt erhebliche psychische Erkrankungen der Eltern, so Langwieser.
In ihrem Referat konnte die Jugenamtsleiterin sicher keine umfassende Aufgabendarstellung ihres Amtes geben. "Es kommen noch viele weitere Aufgaben hinzu, wie zum Beispiel die Führung von
Vormundschaften, präventive Jugendarbeit und vieles mehr", schloss sie ihre Ausführungen, wofür Renate Zitzelsberger im Namen aller sehr interessierten und in der Diskussion engagierten Besucher
des Abends mit einem kleinen Präsent dankte.
Peter W. Fuhrmann
Anhang: Foto - Angela Langwieser, die Leiterin des Kreisjugendamtes informierte bei der Altdorfer
Frauen-Union über Aufgaben und Ziele ihres Amtes.
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