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Zu Besuch bei einer Milchbäuerin Frauen-Union informierte sich am Hof der Familie Gebendorfer
Schon lange plante die Vorsitzende der Frauen-Union, Renate Zitzelsberger einen Besuch am Milchbauernhof, zu dem Marktgemeinderätin
Maria Gebendorfer eingeladen hatte. Dass ausgerechnet jetzt, wo das Thema Milch überaus aktuell ist, dort der Termin für diese Informationsveranstaltung zustande kam, sorgte für zusätzliches großes
Interesse.
Der schmucke Bauerhof, über Altdorf hinaus auch bekannt als der "Waselmaierhof", von Maria und Sepp Gebendorfer in Aich ist nicht nur
Milchbauernhof, sondern eine Landwirtschaft modernsten Stils. Im Hofladen verkauft die Bäuerin Fleisch und Käseprodukte aus eigener Zucht und Herstellung. Neben Enten,
Gänsen, Hühnern, Hasen, Kamerun-Schafen, Katzen und einem Hund am Hof, stehen etwa 130 Kühe, Bullen und Kälber im Stall. Selbst zwei Schweine für den Eigenbedarf hält der Bauer. Bei
einem Rundgang durch den Hof und vorbei an Feldern, wovon einige als Schau- und Versuchsfelder bearbeitet werden, konnten sich die Besucher der Frauen-Union vom Leben und Arbeiten des
Landwirtsehepaars überzeugen und informieren.
Selbstverständlich kam man im Gespräch auch auf das Thema Milchwirtschaft, stehen doch rund 50
Kühe im Stall der Gebendorfers. Außerdem war Maria Gebendorfer erst letzte Woche mit in Berlin dabei, um dort auf die Situation der Milchbauern aufmerksam zu machen und für kostendeckende
Milchpreise zu demonstrieren. Wie sie und ihr Ehemann ausführten, sei eine Mengensteuerung für die Milchproduktion unbedingt erforderlich, doch könne das Mengenproblem nur durch die Politik
gelöst werden. Zur Zeit seien europaweit etwa zwei bis fünf Prozent zu viel Milch am Markt, was von Konzernen, wie unter anderem von Lidl, Aldi oder Edeka, ausgenutzt werde, um den Milchpreis
diktieren zu können. Nur mit Produktionsbeschränkungen könne der Preisverfall gestoppt werden. Andererseits würde der Druck auf die Preise, die Bauern von den Molkereien erhalten, weiter
verschärft. Die sinkenden Milcherzeugerpreise hätten bereits viele Betriebe an den Rand des Ruins getrieben. Deutschland sei der größte Milchproduzent Europas, konstatierte Sepp Gebendorfer,
gefolgt von Frankreich und den Niederlanden. Allein diese Länder könnten etwas gegen das für 2015 geplante Auslaufen der Milchquoten unternehmen. Als Musterregion bezeichnete er Südtirol, wo
Politik und Verbraucher ausschließlich auf Milch aus eigener Region bestehen und dadurch auch der Preis, den die Landwirte dafür erhalten, entsprechend höher liegt.
Mit weiteren Informationen zu allen Gebieten und Themen der Landwirtschaft und der Produktvermarktung auf der Terrasse des Bauerhofs, wo man noch lange diskutierend beisammen
saß, ging der Besuch langsam dem Ende entgegen. Renate Zitzelsberger dankte für die Einladung und die überaus interessanten Erläuterungen und übergab ein kleines Präsent für die Bemühungen
an Maria Gebendorfer. |