|
Der organisierte Einstieg in die Politik Evelyn Gebell nahm am Mentoring-Programm der Frauen Union teil
Frauen und Politik - das ist ein Thema voller Schlagworte im Stil von "Quotenfrau" und von Vorurteilen, etwa in dem Sinne, dass Frauenorganisationen
von Parteien vornehmlich für den Kuchen- Nachschub bei Sommerfesten zuständig sind. Wie ernst jedoch Frauen Politik nehmen und wie engagiert sie dabei an ein breites Themenspektrum herangehen, wurde beim
Mentoring-Programm der Frauen Union deutlich. Die CSU-Organisation will damit gezielt Frauen in die Politik bringen Evelyn Gebell aus AItdorf wurde dabei von der Kommunalpolitikerin Renate Zitzelsberger
betreut.
Aufmerksam wurde Evelyn Gebell durch die Landshuter. Zeitung auf eine Aktion der niederbayerischen Frauen Union: ein
Mentoring-Programm unter dem Motto "Frauen fördern Frauen", Die Altdorferin sah darin eine Chance zum Einstieg in die Politik. "Schliesslich denken viele Frauen, dass
Politik interessant wäre, stehen aber vor der Frage, wie man hineinkommen soll" - Ein generelles Problem: Parteiarbeit ist in unseren Breiten oft eine Männerdomäne,
Parteizirkel bestechen oft nicht durch eine übermäßige Offenheit nach aussen, Also viele Hemmschwellen vor einem Einstieg - in diesem Fall quer durch alle Parteien, wohlgemerkt.
Mit einem politischen Duo aus Mentorin und Mentee, das ist sozusagen ein betreuter Polit-Neuling,
wirkte das Programm der Frauen Union dieser Problematik entgegen, Sechs Monate bildeten auf diese Weise" Evelyn Gebell und die Altdorfer Kreis- und Marktgemeinderätin Renate Zitzelsberger ein
politisches Gespann, Übrigens waren es niederbayernweit 18 Mentorinnen und 21 von ihnen betreute Frauen, die am Programm teilgenommen haben, das in diesen Tagen seinen Abschluss fand.
Wie Evelyn Gebell berichtet, wurde sie freundlich aufgenommen in der Altdorfer Frauen Union, wo sie
mittlerweile stellvertretende Vorsitzende ist - Druck auf eine Mitgliedschaft bei FU oder CSU hin habe es
allerdings nicht gegeben, betont die angehende Politikerin, die den beiden Organisationen beigetreten ist und über ein politisches Ziel nachdenkt: Die Mitarbeit im Marktgemeinderat von Altdorf würde sie
durchaus interessieren, betont sie.
Der Einstieg. in das Mentoring Programm war für die bei den Seiten des Politik-Duos unterschiedlich:
Renate Zitzelsberger war vom FU-Bezirksverband gefragt worden, ob sie sich als erfahrene Kommunalpolitikerin als Mentorin einbringen will.
Evelyn Gebell hatte sich schriftlich beworben um die Teilnahme beim Programm. Zwar nicht ganz so
streng wie bei einer " richtigen " Bewerbung, aber doch mit Lebenslauf und allem Drum und Dran. So kam das Altdorfer Duo zustande, das auch nach Ablauf der sechs Monate des Mentoring Programms
weiter politisch zusammenarbeiten wird.
Ausgefüllt waren diese Monate mit verschiedenen politischen Aktivitäten. Besonders hebt Evelyn Gebell
dabei die Begegnungen mit verschiedenen hohen CSU-Politikern hervor, von Generalsekretär Markus Söder oder FU-Landesvorsitzender Emilia Müller bis hin zu Ministerpräsident Edmund Stoiber. "Beim
Gespräch mit Edmund Stoiber waren die Themen von der Rentenpolitik über den Ausbau des Flughafens bis hin zur
Landwirtschaft breit gefächert", gibt Evelyn Gebell einen Einblick. Und besonders betont sie, dass sich
der Ministerpräsident viel Zeit genommen habe und offenkundig auch angetan von der offenen Diskussion gewesen sei.
So bildete das Mentoring Programm den thematischen Bogen von der Politik vor Ort bis hinauf zur
Landespolitik. Für Evelyn Gebell ist dabei der "weibliche Blickwinkel" wichtig: "Frauen sehen die Dinge
oft anders als Männer. Und die entstehende gemeinsame Sicht ist dann der richtige Weg", betont sie.
Renate Zitzelsberger fügt aus Sicht der erfahrenen Politikerin an, dass die CSU erkannt habe, dass sie Frauen brauche, weil sonst die Listen nicht attraktiv für die Wähler seien. In diesem Zusammenhang
erinnerte sie an den Beschluss der Frauen Union, dass auf jeder Liste eine Frau (mindestens) an 2. Position stehen solle und in jedem Zehnerblock vier Frauen vertreten sein sollen.
Evelyn Gebell, die übrigens ein Kind hat und wieder in ihren Beruf als Personalmanagerin zurückkehren
wird, sieht das Mentoring-Programm, diese "Einstiegshilfe in die Politik", wie sie es nennt, rundum
positiv im Rückblick: "Ich würde wieder mitmachen und war mir dabei einig mit allen anderen Teilnehmerinnen.“ Auch Renate Zitzelsberger zieht ein ähnlich positives Resümee der Arbeit als
Mentorin und weiss zu berichten, dass die Frauen Union über eine Neuauflage des Programms nachdenkt.
Den endgültigen Abschluss des laufenden Programms bildet am heute ein Gespräch mit Erwin Huber,
bei dem die Frauen wieder ihre Schwerpunkte in der Politik vorbringen und diskutieren können. LZ v. 14.04.2007
|