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Geothermie

Geothermie eine Energie von morgen
CSU informierte sich umfassend vor Ort in Simbach

"Es war ein langer Weg von der Idee zur Wirklichkeit", schilderte Simbachs Bürgermeister Richard Findl die Realisierung des Geothermieprojektes in seiner Stadt. Unter Führung von Altdorfs zweiten Bürgermeister Franz Kainz und CSU-Ortsvorsitzenden Helmut Maier waren Fraktions- und Vorstandsmitglieder der CSU zu einem Erfahrungsaustausch zum Thema Geothermie in Simbach, wo sich diese Energienutzungsform bereits bewährt.
Unumgänglich sei als erster Schritt die Erstellung einer Durchführbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie, wird ein derartiges Projekt in Angriff genommen. Dies betonten im Gespräch mit den Altdorfer Besuchern neben Simbachs Bürgermeister auch Dipl. Ing. Josef Füreder, Geschäftsführer der Geothermie, und der geschäftsleitende Beamte der Stadt, Anton Schuhbauer. Es war für die Stadt ein langer Weg vom Gutachten zur Erschliessung des Thermalwassers im Juli 1974, über die Erstellung der Machbarkeitsstudie ab Februar 1992 und einer weiteren im Frühjahr 1995, bis zur Einbeziehung von Partnern aus der privaten Geothermie-kl02Versorgungswirtschaft und Zuschusszusagen und Ausfallbürgschaften für die Realisierung. Im April 1999 war dann endlich die Finanzierung unter Dach und Fach und der Bohrauftrag konnte vergeben werden. Noch im gleichen Jahr erbrachte die Vertikalbohrung in 1.848 m Heisswasser von gut 70 Grad, die zweite Bohrung erreichte eine Tiefe von 1.942 m Tiefe. "Das ist der Vorteil in Altdorf", so Ing. Füreder, weil hier derart grosse Bohrtiefen nicht erforderlich sind.
Bürgermeister Findl wusste dann mit interessanten Zahlen aufzuwarten. So gab es ein Gesamtinvestitionsvolumen von 20,2 Millionen Euro. Das Fernwärmenetz hat zur Zeit eine Länge von 35 Kilometern und Ende 2005 bediente man 629 Kundenanschlüsse bei einem Anschlusswert von 35,8 Megawatt, was dem Jahresverbrauch von etwa
5.000 Haushalten entspricht. Die Schüttung der Geothermie liegt bei 74 Liter pro Sekunde und einer Fördertemperatur von rund 80 Grad. Betreiber des Projekts sind zur Förderung des Thermalwassers die Geothermie -Fördergesellschaft Simbach-Braunau, während die Geothermie-Wärmegesellschaft Braunau-Simbach für Verteilung und Vertrieb zuständig ist. Gesellschafter sind jeweils der Landkreis Rottal-Inn, die Städte Simbach und Braunau, die E.ON Bayern und die Energie AG Oberösterreich, sowie die Geofernwärme Südbayern GmbH und die OÖ. Ferngas AG. Wegen der grenzüberschreitenden Nutzung in Simbach und Braunau sind die genannten österreichischen Firmen Mitbetreiber. Förderungen erhielt das Projekt durch die Europäische Union, den Freistaat Bayern, das Land Oberösterreich und die Republik Österreich in Höhe von insgesamt rund 8,3 Mio.Euro.

Als bedeutendste Vorteile des Projekts wurden die Reduzierung der Abhängigkeit von importierten Brennstoffen und die Nutzung einheimischer Energiequellen ebenso genannt, wie die Reduzierung von ca. 16.300 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr und eine errechnete Heizöleinsparung von jährlich ca. 8 Mio. Liter, was einem Zug von 2,5 km Länge mit 120 Kesselwagen entspricht. Ausserdem bleiben Gebühren und Entgelte für den Bezug von Energie in der Region.
"Ohne eine Durchführbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie, ohne Einbeziehung von Fachleuten für rationelle Energieanwendung, -konzeption und Projektmanagement und ohne Partner aus der privaten Versorgungswirtschaft ist ein derartiges Projekt weder zu beginnen, noch wirtschaftlich zu realisieren", gab man der Altdorfer Delegation noch mit auf den Weg. Nicht übersehen sollte man auch, dass Beratung und zahlreiche Genehmigungen, wie zum Beispiel vom Bergamt, unumgänglich seien. Mit einer Besichtigung der Anlagen an der Förderstelle endeten die fundierten und ausführlichen Informationen nach den Gesprächen im Simbacher Rathaus. Sowohl zweiter Bürgermeister Franz Kainz als auch CSU-Ortsvorsitzender Helmut Maier bedankten sich für die Informationsfülle und die Gastfreundschaft mit einem Weinpräsent bei den drei Verantwortlichen des Simbacher Geothermieprojektes.