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Zum Thema Kernkraft informiert CSU-Ortsverband zu Besuch im Kraftwerk Isar 2
Mitglieder der CSU-Fraktion, der Vorstandschaft und Interessierte fanden sich zu einem Informationsbesuch im Kernkraftwerk Isar ein. Die Besucher mit 2.
Bürgermeister Franz Kainz und Fraktionssprecher Helmut Maier an der Spitze nutzten die Gelegenheit, sich umfassend und fachkundig über die Kernkraftwerke in der Nachbarschaft zu ihrer Heimatgemeinde
informieren zu lassen.
Nach einer Begrünung durch den stellvertretenden kaufmännischen Leiter, Herrn Neumüller, im Informationszentrum wurde im
Rahmen einer Filmvorführung zunächst eine allgemeine Einführung in das Thema Kernkraft gegeben. Ständige und sofortige Verfügbarkeit von Strom ist unabdingbar, wobei die Kernkraftwerke für den Strom im
Grundlastbereich sorgen. Anlagen wie Isar 1 und Isar 2 mit E.ON Kernkraft, der grössten privaten Kernenergie- Gesellschaft in Europa als Betreiber, gehörten zu den Pionieren in Deutschland.
Heute stellen die beiden Isar- Kernkraftwerke mit insgesamt 700 Mitarbeitern einen bedeutenden Arbeitgeber in der Region dar.
Unter fachkundiger Führung von Magda Reiter, der Referentin für Öffentlichkeitsarbeit schloss sich nun eine Besichtigung des Kraftwerks Isar 2 an. Bei diesem Reaktor handelt es sich um einen sogenannten
Druckwasserreaktor mit einer Nettoleistung von 1.400 Megawatt, im Gegensatz zu Isar 1, bei dem die
Stromerzeugung mit einem Siedewasserreaktor erfolgt. Die Bezeichnung Druckwasserreaktor kommt daher, dass
die bei der Kernspaltung frei werdende Wärme an das Wasser im Primärkreislauf abgegeben wird. Das Wasser steht dann, ohne zu verdampfen, unter sehr hohem Druck.
Höhepunkt des Rundganges durch die Anlage war aber die Besichtigung des Reaktorgebäudes selbst. Schon beim
Betreten des Sicherheitsbereichs konnten sich die Teilnehmer von den umfangreichen Sicherheitsmassnahmen
überzeugen. Aufgrund der Abschirmung durch Beton und Stahl, so war zu erfahren, ist im Reaktorgebäude eine
Strahlenbelastung vorhanden, die weit unter den Werten natürlicher Strahlung liegt. Ein Austreten von Radioaktivität
aus dem Reaktordruckbehälter ist durch die strikte Trennung der verschiedenen Wasserkreisläufe ausgeschlossen.
Die insgesamt 193 Brennelemente werden in regelmässigem Turnus im Zuge der Revisionsarbeiten ausgetauscht.
Am Brennelementelagerbecken vermittelte Magda Reiter die Systematik des Brennelementewechsels sehr anschaulich. Vor dem Verlassen des Sicherheitsbereichs war auch für die Besucher der CSU-Gruppe das
Passieren mehrerer Schleusen und Messstellen unumgänglich, um zu dokumentieren, dass keinerlei erhöhte Strahlenbelastung vorliegt.
Im Turbinengebäude verfolgte man den Antrieb der Turbine durch den erzeugten Dampf. Das dazu erforderliche
Kühlwasser wird aus dem 165 Meter hohen Kühlturm rückgeholt. Ausgelöst durch die Abkühlung des Wassers wird
über dem Kühlturm ein Kondensschwaden sichtbar. Mit einem Blick in die ständig besetzte Warte endete der Rundgang.
Trotz bereits dreistündiger Führung stand danach die Referentin noch für eine ausgiebige Aussprache und für viele
Fragen zur Verfügung. So interessierten sich die Fraktionsmitglieder unter anderem besonders für das neu
errichtete Brennelementebehälterlager auf dem Kraftwerksgelände. Auch die Aufbewahrung und der Transport der
Brennelemente in den CASTOR-Behältern wurde detailliert hinterfragt. Die Frage nach dem Ersatz des momentan
27 prozentigen Anteils der Kernenergie an der deutschen Stromerzeugung durch den geplanten Kernkraftausstieg
blieb aber aufgrund noch immer fehlender Regelungen unbeantwortet. Im Gegensatz zur Bundesrepublik errichten zahlreiche andere europäische Länder weiter neue Kernkraftwerke.
Abschliessend bedankte sich Franz Kainz für die fachkundige und interessante Führung und stellte fest, dass die
Möglichkeit zur Information über die Kernenergie von den Bürgern noch wesentlich verstärkt genutzt werden sollte. |